Sarah
audioplay, stereo, 13 min.
installation, inkjetprint on textiles, 2026.


     


     
  

Ein Hörstück, das sich mit der Institutionalisierung weiblicher Körper innerhalb der Psychiatrie auseinandersetzt. Das Stück ist in Form eines Briefes geschrieben und adressiert „Sarah“, die sich seit elf Jahren in der geschlossenen Psychiatrie befindet. Die Patientin lebt abgeschottet von der Außenwelt, die Zeit scheint stillzustehen. Wie ist Erinnerung möglich, wenn ein Tag dem anderen gleicht? Durch welche Mechanismen behauptet sich das Persönliche einer Biografie innerhalb des streng reglementierten Alltags einer Psychiatrie? 

Um sich dem Leben der Insassin „Sarah“ abseits der Psychiatrie anzunähern, werden Reisen in die nahe Vergangenheit der 2000er Jahre unternommen. Die Klänge aus der pubertären Kinderstube schweben über dem Text wie etwas, was Mark Fisher mit dem Konzept der Hauntologie belegt: eine Kulturlandschaft, die von „verlorenen Zukünften“ heimgesucht wird – den unerfüllten Versprechen der Moderne und Sozialdemokratien des 20. Jahrhunderts, die durch Neoliberalismus und kapitalistischen Realismus zunichte gemacht wurden. Der Diskurs richtet den Blick auf eine gesellschaftliche Wunde, derer man sich innerhalb der Mehrheitsgesellschaft noch nicht hinlänglich angenommen hat.
      
                         
               



Credits

Text:  Caroline Weyers
Sprecherin: Marlene Meissner
  Sound: Dan Moufang